Weg zum Hermes_Gobelin_Wolle_310 x 120cm_2020 / Ausstellungsansicht Volkspark Halle
Die textile Arbeit „Weg zum Hermes“ ist das Wiedererleben und Wiedergeben eines alltäglichen Weges vom eigenen Zuhause hin zum Atelier, dem Arbeitsplatz der Künstlerin. In regelmäßigen, Abständen habe ich den Boden zu meinen Füßen fotografiert. Die enstandenen 256 Fotografien dienen als Grundlage des Teppichs, auf dem ein Foto nach dem Anderen weberisch umgesetzt wird. Es entsteht eine Wegbeschreibung der wecheselnden Pflasterungen. Neben dem Beobachten des Patchworkcharakters der Hallenser Straßen und Fußgängerwege spielt auch der Charakter von Wegen als solche eine Rolle. Der Prozess des Webens, der nicht anders als Schritt für Schritt, Bewegung für Bewegung ausgeführt werden kann, ist auch immer als eine Bewegung hin zum fertigen Textil, also auf ein antizipiertes Ziel zu, zu denken. Die Langsamkeit, mit der ein räumlich kurzer Weg webend nachempfunden wird, wirft Fragen über die Wahrnehmung alltäglicher Routinen und Abläufe auf, sowie über das fluide Verhältnis von Raum und Zeit.
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